Im Rahmen der beschriebenen Tätigkeitsfelder übernimmt der Vermesser, Geomatiker oder Geoinformatiker mehr und mehr die Rolle eines
Geodatenmanagers. Während die einzelnen Fachgebiete unterschiedliche Interessenbereiche ansprechen und differenziertes Fachwissen
erfordern, arbeiten alle nach einem einheitlichen methodischen Prinzip. Danach lassen sich die im Bereich Vermessung und Geomatik vorkommenden Aufgaben
mindestens einer der fünf folgenden Tätigkeiten zuordnen:
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Informationsgewinnung: Erfassung von raumbezogenen geometrischen Daten und Sachdaten auf der Basis modernster Sensor- und
Kommunikationstechnik. Das Spektrum reicht vom Mikrobereich (z.B. Fahrzeugtechnologie) bis zu globalen Aufgaben (Satellitenvermessung).
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Datenanalyse: Numerische und grafische Datenverarbeitung (z.B. Berechnung eines Geländemodells), Aufbereitung und
Qualitätskontrolle von raumbezogenen Daten (z.B. von Navigationsdaten) unter Nutzung modernster Techniken.
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Visualisierung: Numerische und grafische Wiedergabe raumbezogener Analyseergebnisse (z.B. Wiedergabe einer digital erfassten
Geländesituation) als Beurteilungsgrundlage für verschiedenste Disziplinen und Behörden (z.B. Bauwesen, Raumplanung, Archäologie).
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Dateninterpretation: Beurteilung raumbezogener Analyseergebnisse im Hinblick auf Ursachen, Zusammenhänge und Auswirkungen von
Sachverhalten (z.B. zur Überwachung einer Talsperre).
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Datennutzung: Nutzung raumbezogener Daten für Informationsdienste, für Forschungszwecke, für Aufgaben der
Raumentwicklung, des Bauwesens und des Umweltschutzes, für Facility-Management-Systeme und für disziplinübergreifende,
integrierte Systeme (z.B. Flug-, Schiffs-, und Fahrzeugnavigationssysteme, globale Logistiksysteme).
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Die Arbeitsmöglichkeiten modern ausgebildeter Absolventen sind derzeit gut bis sehr gut. Eine große Anzahl von Ingenieurbüros und
Unternehmen, die zum Teil auch international tätig sind, bieten interessante und vielseitige Arbeitsplätze. In vielen Fällen verbindet sich dabei
eine praktische Messtätigkeit im Außendienst mit der Projektplanung und -analyse im Büro.
Gute
Berufsperspektiven bieten folgende Betriebe / Institutionen / Arbeitsbereiche:
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Vermessungs-, Ingenieur-, Planung-, Umwelt- und Consultingbüros |
| - | Facility-Management in Großunternehmen |
| - | Unternehmen der Baubranche: Planung, Bauleitung, Bauvermessung, Bauüberwachung |
| - | Katastrophenmanagement: Überwachung geo- und baudynamischer Prozesse |
| - | Unternehmen der Banken- und Versicherungsbranche: Immobilienbewertung |
| - | Industrieunternehmen: Anlagenbau, Monitoring von Fertigungsprozessen |
| - | Energieversorgungsunternehmen: Überwachung und Dokumentation der Anlagen |
| - | Büros und Unternehmen für Informationstechnologie: Entwicklung und Vertrieb |
| - | Büros und Unternehmen der Sensorbranche: Entwicklung und Vertrieb |
| - | Informationsdienste für Vermessung, Geomatik und Geoinformatik |
| - | Forschungseinrichtungen: Messtechnik, System- und Software-Entwicklung |
| - | Rechenzentren und Planungsstellen bei Kommunen und Kommunalverbänden |
| - | IT-Bereich: e-commerce, m-commerce |
| - | Tourismusbranche: Entwicklung und Fortführung von Informationssystemen |
Die verschiedenen Aufgaben im Bereich des hoheitlichen Vermessungswesens Baden- Württembergs werden vom Landesvermessungsamt und staatlichen
Vermessungsämtern - zusammen bilden sie den Landesbetrieb Vermessung - sowie von anderen lizenzierten Stellen wahrgenommen.
Hierzu gehören u.a. die städtischen Vermessungsdienstellen, die Ämter für Flurneuordnung und Landentwicklung und Öffentlich
bestellte Vermessungsingenieure.
In den vergangenen 10 Jahren wurden 20% der Personalstellen im Landesbetrieb Vermessung abgebaut, so dass es kaum möglich war, Nachwuchs
einzustellen. Über weitere Personalkürzungen ist noch nicht beschlossen. Um den aktuellen Wissenstransfer zu sichern, wird es in Zukunft jedoch
notwendig sein, verstärkt Absolventen der Fachhochschulen und Universitäten einzustellen.
Absolventen der Fachhochschulen können als Oberinspektorenanwärter eine 18-monatige Ausbildung mit Staatsprüfung für den
gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst absolvieren.
Absolventen der Universitäten können als Vermessungsreferendare eine 27-monatige Ausbildung für den höheren vermessungstechnischen
Verwaltungsdienst mit dem Staatsexamen abschließen.
Die Note im Staatsexamen entscheidet derzeit über einen Zeitvertrag oder eine spätere Übernahme. Für gute Absolventen besteht
eine reelle Chance.
Im Übrigen ist das erfolgreiche Ablegen der Staatsprüfung beziehungsweise des Staatsexamens eine der Voraussetzungen, um das Amt eines Öffentlich bestellten
Vermessungsingenieurs übertragen zu bekommen.